Hilft Hypnose beim Reizdarmsyndrom (RDS)?

Wusstest Du, dass Hypnose gegen Reizdarm ebenso effektiv ist, wie die low FODMAP- Diät? Ganz schön verrückt. Lies hier um mehr zu erfahren.


Was ist RDS?


Das Reizdarmsyndrom (RDS) ist eine Funktionsstörung des Verdauungstraktes. Dies will heißen, dass der Verdauungstrakt und der Körper, keine eindeutigen physiologischen Veränderungen aufweisen, die auf eine Krankheit hinweisen. RDS ist eine Ausschlussdiagnose. Erst wenn alle anderen Erkrankungen, die eine gestörte Verdauung auslösen können ausgeschlossen wurden, steht die Diagnose Reizdarmsyndrom. Der Körper ist an sich gesund! ABER trotzdem funktioniert die Verdauung nicht so wie sie sollte. Im Gegenteil. Betroffene leiden an Schmerzen, starken Blähungen, Durchfällen, oder Verstopfungen, etc.

Obwohl die genaue Ursache vom RDS unbekannt sind, wissen wir, dass es einen Zusammenhang zwischen Gehirn und Bauch gibt, die Bauch- Hirn- Achse, die eine entscheidende Rolle in diesem Krankheitsbild spielt.

Was ist die Bauch- Hirn- Achse?



Warst du schonmal richtig verliebt, oder aufgeregt und hast Schmetterlinge im Bauch gespürt? Dann hast du die Bauch- Hirn- Achse live und in Farbe gespürt. Der Bauch und das Gehirn sind durch den sogenannten Vagus- Nerv, einer Hochleistungs- Datenautobahn in unserem Körper, miteinander verbunden. Das Gehirn schickt durch den Vagus-Nerv Befehle an den Bauch, ohne dass wir davon etwas merken und andersherum. So kontrolliert unser Hirn unsere Verdauung, während der Darm Daten sammelt und diese zurück ans Hirn sendet.

Leidest du nun an RDS, so kommuniziert der Darm, also dein Bauchhirn, ein wenig zuuu intensiv mit dem Kopfhirn! Die Informationen kommen durcheinander. Manchmal kommen die Infos richtig an, manchmal resultieren daraus, gerade in stressigen Situationen, extreme Schmetterlingsgefühle, sowie alle DIE Reaktionen, die wir uns nicht wünschen! Vermehrte Gasbildung, Durchfälle, Krämpfe usw.

Wie bekommt man RDS in den Griff?

Im Grunde gibt es 3 Wege, wie man das RDS managen kann. 1. Ernährungsmanagement, 2. Medikamente, 3. Psychologische Interventionen.

Den besten Erfolg haben häufig die Kombination aus allen 3 Behandlungsmöglichkeiten.

Die low FODMAP- Diät limitiert die Aufnahme von bestimmten kurzkettigen Kohlenhydraten (FODMAPs), welche im Dünndarm fermentiert werden, hier Wasser anlocken und dann spätestens im Dickdarm zu vermehrter Gasbildung, sowie Durchfällen, oder Verstopfungen führen. Studien haben gezeigt, dass diese spezielle Diät rund 70- 80% der Betroffenen hilft, die Symptome in den Griff zu bekommen. Der RDS wird dadurch NICHT geheilt, aber besser händelbar.

· Medikamente wie Laxantien, krampflösende Medikamente, oder Antidepressiva helfen ebenso den RDS die Ketten anzulegen, obwohl sie häufig weniger effektiv als die anderen beiden Therapieoptionen sind und die Wirkung häufig bei zu intensivem Gebrauch nachlässt.

· Bauchhypnose, von der man annimmt, das sie hilft, die Datenautobahn, also unseren hyperaktiven Vagus- Nerv, zu reprogrammieren, scheint in Studien ebenso effektiv, wenn nicht sogar etwas effektiver als die low FODMAP- Diät zu sein. Das interessante ist, dass sie nach 6 Monaten der FODMAP- Diät sogar leicht überlegen ist, denn sie ist weniger aufwändig und lässt sich mit rund 15 Minuten pro Tag gut in den Alltag einbinden. Man muss sie aber konsequent anwenden.


Was ist Bauchhypnose?

Um zu verstehen, wie die Bauchhypnose wirkt, müssen wir ein bisschen besser verstehen, wie unser Bauch mit dem Gehirn kommuniziert. Studien haben gezeigt, dass sich Stress sehr stark auf unsere körpereigenen Botenstoffe auswirken kann. Diese beeinflussen wiederum den Vagus- Nerv, welcher dann z.B. Kontraktionen im Bauch verstärken, oder verringern kann, es kommt zu Krämpfen, oder einer „eingeschlafenen“ Verdauung. Stress selber scheint außerdem einen Einfluss auf unsere Bakterienwelt, unser Mikrobiom, im Darm zu haben. Stress versetzt den Körper in einen konstanten Zustand von “Flucht, oder kämpfen“, was unser Nervensystem permanent in den Alarmzustand versetzt, da wir ja jeden Moment vor dem Säbelzahntiger flüchten müssen.

Es ist nicht bekannt warum Personen mit RDS ein sensibleres Nervensystem besitzen, aber wir wissen, dass sie oft ein erhöhtes Level vom Stresshormon Cortisol haben und oft haben sie sowohl physische, als auch psychische Traumata erlitten. Zusätzlich wissen wir, dass starke Emotionen, wie Ärger, Aggressionen und Aufregung, unseren Bauch in Aufruhr bringen und zu stärkeren Kontraktionen führen. Wer kennt nicht den berühmten Stressdurchfall? Auf der anderen Seite beruhigen positive Gefühle und eine gute Stimmung den Bauch.

Bauchhypnose führt dich in diesen ruhigen, relaxten Zustand und verändert dann über neue Suggestionen, also Bilder/ Gefühle, in deinem Unterbewusstsein, den Zustand der Symptome. Diese Suggestionen helfen, deine Bauch- Hirn- Achse neu zu programmieren. Die Nerven „feuern” dann nicht mehr in einem so hohen Takt und dein Bauch kommt zur Ruhe.

Während der Sitzungen sollst du dir z.B. vorstellen, dass dein Darm wie ein Fluss ist, der langsam und sanft vor sich hin plätschert. Es gibt keine Hindernisse, oder Stromschnellen in diesem Fluss, der ihn durcheinander wirbelt. Alles fließt ruhig und friedlich, wie dein Darm, wenn es ihm gut geht. Oder du stellst dir vor einen Zaubertrank zu trinken, der warm und sanft deinen Verdauungstrakt entlang fließt und auf seinem Weg jede Reizung und jede Störung sanft heilt, bis es dir wieder gut geht und du dich gut fühlst. Vom Kopf, bis zu den Füßen. Die Bauchhypnose hat nix mit der klassischen Showhypnose zu tun, die man aus dem Fernsehen kennt. Du kannst immer noch reden, hören und rational denken.

Normalerweise wird die Hypnose von einem Therapeuten durchgeführt und umfasst mindestens 4-5 Termine. Während der Sitzungen wirst du durch die Hypnose geführt. Außerdem lernst du Selbsthypnose- Techniken, damit du die Hypnose auch daheim anwenden kannst.

Was sagt die Wissenschaft zur Darmhypnose?


2016 führte die Monash University eine Studie durch, die die low FODMAP- Diät mit der Bauchhypnose verglich (du findest die Studie hier).

Sie teilten 74 Teilnehmer, welche ein diagnostiziertes RDS hatten, zufällig in eine von drei Gruppen auf. 1. low FODMAP- Diät in Begleitung einer, in der FODMAP- Diät ausgebildeten Diätassistentin 2. Bauchhypnose mit einem Psychologen 3. Eine Kombination beider Therapien.

Die Teilnehmer durchliefen ein Assessment zu Beginn der Studie, nach 6 Wochen und nach 6 Monaten. Hierbei wurde notiert wie stark die Symptome sind, wie die Lebensqualität ist, sowie Ausmaß an Ängsten und Depressionen zum jeweiligen Zeitpunkt.

Die gute Nachricht ist, dass alle 3 Gruppen nach 6 Wochen über eine erhebliche Verbesserung der Symptome berichteten und es keinen Unterschied zwischen den 3 Gruppen gab. Im Gegenteil, nach 6 Monaten stellet sich heraus, dass die Bauchhypnose ebenso effektiv half die Symptome zu verbessern und das RDS zu managen, wie die low FODMAP- Diät.




Fantastisch!!!


Das bedeutet, falls die low FODMAP- Diät nichts für dich ist und du nicht die Ergebnisse erzielst, die du dir erhofft hast, gibt es eine weitere Therapieoption die du ausprobieren solltest! Nämlich die Bauchhypnose.


Quelle: everydaynutrition.com


Wie kommst du an die Bauchhypnose?


Dafür musst du dir einen Psychologen suchen, der auf Bauchhypnose spezialisiert ist, oder du wartest, bis mein FODMAP 1x1 gelauncht wird 😉. Denn auch in meinem Programm wird es Bauchhypnose geben, um beide Therapien optimal zu vereinen.


(*Unentgeltliche Werbung, wegen Markennennung) Als dritte Option gibt es die App „NERVA“, die es allerdings leider nur auf Englisch gibt. Sie kostet für 6 Wochen 99 Euro und ist im App- Store erhältlich. Sie leitet dich durch 15 minütige Hypnosesitzungen. Ich selber probiere sie gerade aus und finde sie super. Allerdings habe ich auch 3 Jahre in den USA gelebt und verstehe Englisch daher sehr gut. Du kannst die App 7 Tage umsonst testen.

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